Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

K. EGHBAL und G. KAHNT:

Die Wirkung unterschiedlicher Bestandesdichten und Stickstoffdüngung auf die Ertragsleistung und das Fettsäuremuster von Ölleinsamen (Linum usitatissimum L.) als nachwachsender Rohstoff

Zusammenfassung

Anhand von polyfaktoriellen Feldversuchen wurde 1990 und 1991 die Wirkung verschiedener Anbaumaßnahmen auf den Samenertrag von Öllein geprüft und die Beeinflussung der Qualitätsmerkmale des Leinöls durch unterschiedliche ökologische Bedingungen untersucht. Bezüglich des Samenertrags erwies sich die variierte Bestandesdichte von 600 bzw. 800 Pfl./m2 als unwirksam. Die optimale Höhe der Stickstoffgaben war an beiden Standorten vom Witterungsverlauf der Jahre abhängig. Höhere N-Gaben als 25 bis 50 kg/ha hatten Ertragsdepressionen zur Folge. Beim Rohfettgehalt bestanden Wechselwirkungen zwischen Jahr und Standort. Trocken-warme Witterung erhöhte den Rohfettgehalt generell, auf dem kühleren Standort jedoch stärker. Jegliche Stickstoffgabe senkte den Rohfettgehalt. Linolensäure und Ölsäure wurden vor allem durch die Standorts- sowie Jahresbedingungen, aber auch von den Stickstoffgaben beeinflußt. Hohe Ölsäuregehalte hatten niedrige Linolensäuregehalte zur Folge und umgekehrt. Vor allem im trocken-warmen Jahr 1991 waren die Linolensäuregehalte sehr niedrig. Diese Wirkung war auf dem wärmeren Standort gravierender. Stickstoffsteigerungen senkten den Linolensäuregehalt aufgrund der Erhöhung des Ölsäuregehalts. Schlagworte: Öllein, Ertragspotential, Stickstoff, Rohfettgehalt, Linolensäure.