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Methodik des Korridormodells:

Gängige Methoden zur Abgrenzung von Wildtierkorridoren reichen von rein expertenbasierten Verfahren bis hin zu automatisierten Algorithmen.

In dieser Studie war das Bestreben, die Stärken beider Ansätze zu vereinen. Zuerst wurde ein GIS Modell erstellt, das den Anspruch hat, mit einem Least Cost Path Algorithmus die generellen Verläufe der Korridore so genau und detailliert als möglich zu erabeiten. Das ist vor allem deshalb notwendig, weil das Untersuchungsgebiet mit mehr als 30 000km² mehr als ein Drittel der Gesamtgröße Österreichs umfasst - und somit nicht nur expertenbasiert in einem vertretbaren Zeitrahmen bearbeitbar wäre.

Der weitere Vorteil von diesem GIS Modell ist auch, dass die Engstellen im Korridormodell herausgearbeitet werden können – und damit die Aufmerksamkeit des Experten für die weitere Bearbeitung bereits auf die heikelsten, gefährdetsten Abschnitte des Korridors lenkt.

In einem nächsten Schritt wird dann, auf den Ergebnissen vom GIS Modell aufbauend, expertenbasiert weitergearbeitet. Das bietet die Möglichkeit, zusätzlich lokale Besonderheiten als auch Erkenntnisse aus Workshops, etc. mitzuberücksichtigen.

Damit kann ein Ergebnis erarbeitet werden, das in der räumlichen Genauigkeit auch noch im Maßstab 1 : 10 000 Gültigkeit hat – und das nicht nur in den Engstellen.


Der Vorteil von Fernerkundungsdaten in diesem Projekt ist unter anderem der, dass homogene Geodatensätze mit der notwendigen Detaillierung über Staatsgrenzen hinweg produzierbar sind.

Diese Daten werden mit Open Source Daten weiter ergänzt, sowie mit speziellen Geodaten vom Land Niederösterreich. Die Daten vom Land Niederösterreich sind unter anderem auch dafür hilfreich, Widmungen von Flächen zu berücksichtigen.

Zusätzlich wurden auch eigene Felderhebungen durchgeführt – wie z.B. die Qualität von Durchlässen entlang von Autobahnen, etc.

Diese gesammelten Informationen werden in einem Geographischen Informationssystem (GIS) zusammengefasst und analysiert.

Damit wird ein sogenanntes Widerstandsmodell erzeugt – je geringer der Wert, desto leichter die Möglichkeit zur Migration – je höher, desto weniger eignet sich die Fläche für die Wanderung – bis zu den höchsten Werten, die eine Wanderung unmöglich machen (verbautes Gebiet z.B.)

Der Widerstandswert stammt aus einer GIS Modellierung –

Der Hintergrund dafür ist, dass z.B. Ackerflächen – unabhängig von ihrer Fruchtfolge – auch unterschiedlich für die Migration von Wildtieren genutzt werden – abhängig, ob sich diese Flächen in der Nähe von Siedlungen oder Städten befinden – die den Widerstandswert erhöhen – oder in der Nähe von kleinen Waldinseln oder großen Waldflächen, die den Widerstand wiederum reduzieren.

Details zur Modellierung des Widerstandes für die Wildtierwanderung siehe auch Suppan, F; Frey-Roos, F.
(2014): Generating Resistance Surfaces for Wildlife Corridor Extraction in PHOTOGRAMM FERNERKUN. 2014; (5): 435-450.

In diesem Projekt wird das wildökologische Expertenwissen über das Raumverhalten von Wildtieren in einem GIS – Modell konzentriert, um den letztendlichen Verlauf des Korridors bestimmen zu können.

Dieser Verlauf der Korridore ist wiederum eine wichtige Information für die Raumplanung, um diese Bereiche auch besser freizuhalten, zu bewahren und zu schützen.   


Untersuchungsgebiet – und Sentinel - 2 Bilddaten von 3 unterschiedlichen Zeiträumen im gleichen Jahr mit unterschiedlichen phänologischen Verhältnissen.

01. April 2017

29. September 2017

Sentinel 2 Daten: Copernicus Sentinel data 2017

20. Juni 2017

Widerstandswerte - weiß: hoch, schwarz: niedrig